Dienstag, 7. November 2017
Bürgerhaus Korbach, 19:30 Uhr

Eine Zeitreise in die Antike Waldecks –
Antikes Leben in Grafschaft und Fürstentum Waldeck

Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Wolf, Phillips-Universität, Marburg

Die mittelalterlichen Grafen von Waldeck hatten bereits eine besondere
Vorliebe für die Antike entdeckt, denn sie begreifen sich als Nachfahren
der Sachsen, die bekanntlich (nach mittelalterlicher Lesart) von Alexan-
der dem Großen abstammen.

So bemüht man sich im 13. Jahrhundert in der Grafschaft um den neue-
sten mittelhochdeutschen Alexanderroman, die Geschichte der Trojaner
und überhaupt alles, was von antiken Helden erzählt. Im 16. Jahrhundert
ist es schließlich der Waldecker Humanist Konradus Kluppel, genannt
Conradus Scipio, dem der ‚Beweis‘ gelingt:
Die Waldecker sind Nachfahren Alexanders des Großen!

Da verwundert es nicht, wenn es in den folgenden Jahrhunderten die
Antike in der Grafschaft letztlich bis in die alltägliche Gegenwart schafft:
Man malt die Häuser mit antiken Szenen aus, nutzt Möbel und Geschirr
mit antiken Motiven, kauft Bücher und Bilder mit antiken Texten und Moti-
ven, reist zu den Originalschauplätzen nach Rom, Herculaneum, Pompeji.
Schlussendlich ist die Antike so präsent, dass sich Fürst Karl und seine
Frau Christiane von Pfalz-Zweibrücken als Herkules und Minerva porträ-
tieren lassen.

Und beinahe – wenn das Geld nicht so knapp gewesen wäre – stünde
auch in Arolsen eine monumentale Herkules-Statue. Leider hat es nur zu
einem vom Fürsten in Auftrag gegebenen Modell gereicht (heute im
Louvre in Paris).

Der Eintritt ist frei · Veranstalter: vhs-Kulturforum