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Freitag, 21. Oktober 2020

Der Teufel trägt Parka

Bürgerhaus Korbach

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Presse-Echo - Comedy

Samstag, 18. Oktober 2008 - Bürgerhaus Korbach



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Samstag, 06. Dezember 2008 - Bürgerhaus Korbach

Von Absurdistan bis nach Dugi Otok

Badesalz-Auftritt in Korbacher Stadthalle - Ausgangspunkt: Gitarrenladen, Endprodukt: vergnüglicher Abend

VON DENNIS SCHMIDT

Korbach. Diese beiden Herren sind lustig. Auch noch nach mehr als einem Vierteljahrhundert. Beim ersten Auftritt von Badesalz in der Korbacher Stadthalle waren Programm (Dugi Otok) und Stuhlreihen gut gefüllt. Und auch den Humorakku haben die zwei Comedians für ihre Gäste wieder aufgeladen.

Duo Badesalz - Henni Nachtsheim und Gerd Knebel

Der Ausgangspunkt ist folgender: Hebbe (Gerd Knebel) und Gemal (Henni Nachtsheim) sind zwei liebenswerte Spinner, nah dran am gedanklichen Chaos, weit entfernt von produktiver Arbeit. Man muss ihnen zugute halten: Die beiden haben auch alle Zeit der Welt dafür. Denn in ihren "Guittar Shop" verirrt sich (bis auf eine einzige Ausnahme) kein Mensch. Im Gegenteil: Die beiden sind selbst ihre besten Kunden. Was in einer Kneipe fatal wäre, sorgt in der Stadthalle für gute musikalische Unterhaltung; aber dazu später mehr.

Also spinnen die beiden um die Wette. "Das Bariton-Saxofon wurde nur erfunden, um der Menschheit Wal-Laute vorspielen zu können", findet Gemal. Denn irgendwann haben "die Japaner den letzten Wal in die Dose gekloppt." Und überhaupt: der Mensch stammt vom Fisch ab, nicht vom Affen. ?Man sieht das bei Babys. Wenn du die ins Wasser gibst, machen sie was? Schwimmen. Und setzt man sie neben eine Palme, klettern sie doch nicht am Stamm hoch und pflücken eine Kokosnuss, wie es Affen machen. Überzeugendes Argument. Genauso wie die Warnblitzer mit eingebautem Grinsemännchen, die vor den richtigen Blitzern im Straßenverkehr warnen sollen.

Wenn es nach Gemal ginge, dann würde der Laden übrigens laufen. "Wir müssen uns breiter aufstellen. Posaune mit Matjesfilet - dann kommen die Leute."

Hebbe steht dem in nichts nach. Eigentlich will er ja die Zeit nutzen, um sein Heavy-Me-tal-Festival auf der kroatischen Insel Dugi Otok für Tausende Fans vorzubereiten, ?die Gabi hat ja auch schon ein paar Frikadellen gemacht. Aber dann schweifen die Gedanken doch immer wieder ab. Wenn Hebbe, der "rheumakranke, hüftsteife Frosch", nicht gerade sarkastisch die Dräcksäck beschimpft, ist er vor allem eins: ungeduldig. Zeitlupen sind ihm ein Graus. Toast, der länger als drei Sekunden braucht, fischt er aus dem Gerät.

Musikalisch gesehen hat das Comedy-Duo einiges auf dem Gitarrenkasten. Vor allem Knebel weiß mit seinen Griffkünsten zu überzeugen. Saxofon und E-Gitarre waren aber auch nicht schlecht. Jan Delay wird ebenso verwurschtet wie Roger Cicero, der Frank Sinatra für Hartz IV-Empfänger.

Badesalz waren bereits Comedians, als die englische Bezeichnung noch gar nicht erfunden war. In den letzten 28 Jahren haben die eingefleischten Hessen so ziemlich alles durch den Kakao gezogen. Das machen sie immer noch gut.

Kleiner Wermutstropfen: die Dramaturgie. Wenn auch die einzelnen Szenen, in die der Auftritt unterteilt war, in sich geschlossen sind, fehlt doch ein Höhepunkt. So kommt es, dass Henni Nachtsheim und Gerd Knebel zum Ende hin immer besser werden, immer weiter aufdrehen - und dann (trotz zwei überzeugenden) Zugaben einfach so von der Bühne verschwinden.

Geblieben ist dagegen die Gewissheit, dass es die beiden Herren immer noch können - Witze machen. Manch einer der Besucher trällerte beim Verlassen des Saals noch eines der einprägsamen Lieder. Und den Witz mit dem Offenbacher Blut an der Stoßstange wird manch einer auf Waldeck-Frankenberger Verhältnisse zurechtschustern. Lacher im Waldecker Bereich sind dann sicher.


GESAGT
"Nach zwei Rechtschreibreformen stimmt es wieder."
Henni Nachtsheim über sein ersteigertes Guittar-Schild


Quelle: WLZ vom 6. Dezember 2008


Lustig, aber langsam

Badesalz sorgte für Lachsalven - Tempo und Witz ließen aber zu wünschen übrig

Von Astrid Rau

KORBACH. Was macht man, wenn man einen Gitarrenladen hat, in dem schon seit Jahren niemand mehr was gekauft hat? Man sucht nach alternativen Geschäftsideen, damit wieder Kohle reinkommt. Wie das geht, haben am Donnerstag Shop-Besitzer Hebbe und Gemal alias Gerd Knebel und Henni Nachtsheim alias Badesalz ihren Fans in der Korbacher Stadthalle nahe gebracht. Ihren absurd-komischen Dialogen verdankte das Publikum Lach- und Kichersalven ohne Ende.

Duo Badesalz

Während da also Hebbe im Laden steht und eigentlich nur eine Gitarre durchstimmen will, driftet er auf einmal völlig ab, legt ein fettes Gitarrensolo hin und kriegt eine Erleuchtung: ein Metal-Festival auf der kleinen, dalmatinischen Ferieninsel Dugi Otok, das wär's. Auf Dugi Otok (daher auch der Name des aktuellen Badesalz-Programms) war nämlich Hebbe mal mit seinem Kumpel Chris, der dort gern auf ein Metal-Festival gegangen wäre, aber es gab keins. Ergo: Auf Dugi Otok gibt es Bedarf an so einem Massen-Event.

Gemal findet die Idee allerdings völlig bescheuert, schon an sich, weil Hebbe ihm gerade eben sein MTV-Musik-Video vermasselt hat und auch die neue Ladeneinrichtung völlig daneben findet, die Gemal ersteigert hat. Doch der findet es nicht schlimm, dass auf dem Schild Betzels Guittar Shop steht, obwohl im Laden keiner Betzel heißt: Der Chef von Aral heißt ja auch net Aral, und trotzdem steht überall Aral drauf. Am Ende jedenfalls bekommt Gemal einen Brief von Greenpeace, wo er bei einem Song-Wettbewerb teilgenommen hat. Mit seinem Fischrettungslied ist er zum Greenpeace-Festival eingeladen worden. Und das findet wo statt? Natürlich auf Dugi Otok, und natürlich kommt Hebbe mit als Gitarrenbegleitung. Und wie sich das dann anhört, führte Badesalz auch gleich vor. Diese Musikeinlage, wie auch das Lied für die letzte Reihe (eine ansonsten unbeachtete Minderheit), gehörte zum Besten des Abends. Natürlich waren die beiden Südhessen lustig. Aber manchmal fehlte den Dialogen Tempo und Witz.

Von den hessischen Comedy-Urgesteinen ist man Besseres gewöhnt.

Quelle: HNA vom 6. Dezember 2008

Samstag, 06. Februar 2016 - Bürgerhaus Korbach

"Rating Akut"


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Dienstag, 03. März 2009 - Stadthalle Korbach

Voll der Beifall für "Halb getürkt"

Kabarettist Bülent Ceylan in der Stadthalle

VON ARMIN HENNIG

"Ich mache heute etwas länger, denn wo willst du danach noch hingehen, wenn du hier gewesen bist, 30 Kilometer von der Autobahn?" Mit diesem Satz stimmte Comedian Bülent Ceylan seine Korbacher Zuschauer schon einmal auf einen langen Abend ein. Tatsächlich endete das Programm um halb elf, dauerte also deutlich länger als die gleichnamige CD, die seit zweieinhalb Jahren auf dem Markt ist. Hauptgrund dafür war viel Interaktion mit dem Publikum, ein Markenzeichen des Mannheimer Kabarettisten.

Plakative Botschaften

Als halber Türke ist Ceylan seiner Vatersprache nicht recht mächtig, kokettiert auch gern damit, nimmt dafür die eher ungut klingende muttersprachliche Wendung getürkt unter die Lupe und auf die Schippe. Etwa mit Beispielen wie: "Wenn ein Spanier die Nacht durchgesoffen und danach gekotzt hat, sagt er doch auch nicht: Ole! Ich habe gedeutscht."
Derartig plakative Botschaften bilden eher die Ausnahme, zumeist vermittelt der Kabarettist seine Botschaft mittels Gestalten wie dem "Monnemer" Original Harald, dem er einen IQ von acht zuschreibt, oder dem schlitzohrigen Gemüsehändler Aslan, der gar nicht anders kann, als die anderen zu "türken", und sich dabei selbst überlistet. Etwa als Ebay-Powerseller, der frisches Obst und Gemüse fotografiert und exakt dieselbe Ware nach Ablauf der Auktion und erfolgreicher Kaufabwicklung ausliefert - also mindestens zwei Wochen später, mit entsprechend schlechten Bewertungen.

Etliche Pointen im Programm gehen derbe unter die Gürtellinie oder gar in die Hose, etwa der Arztbesuch des 80-jährigen Opas, dem die Oma "Pyjamahos" ins Ohr schreit, als der nicht versteht, dass der Arzt eine Probe fast aller Körperflüssigkeiten von ihm nehmen will. Als arbeitsloser Programmierer und Schamane nimmt der Komödiant dagegen neueres Kinderliedgut auf die Schippe. Mit dem "Schni-Schna-Schnappi-Zauber" bannt er eine Großmutter, die ihr Enkelkind auf Kosten der Mutter zu sehr verwöhnt und nicht davon ablassen kann. Nach dreiwöchigem Ritual macht endlich ein Krokodil "Happi Happi" mit der uneinsichtigen Oma.

Echter Sohn Mannheims

Bei der Zugabe erwies sich der Komödiant als echter Sohn Mannheims oder beinahe. Bülent Ceylans Rap mit wallender Mähne war näher an Rammstein als an Schmalzrapper Xavier Naidoo, der sein Fett schon im Wortprogramm abbekommen hatte. Etliche Spitzen, die entlang des Neckars wohl für Lacher oder wütende Proteste gut gewesen wären, blieben in Korbach ohne Echo.

"Mehr Waalkes als Richling" könnte die Bilanz des Abends lauten, beste Aussichten für eine lange Karriere, Otto steuert munter aufs 40-jährige Jubiläum zu. Ceylan will im Sommer 10000 Zuschauer in der SAP-Arena versammeln, die 400 begeisterten Korbacher hätte er gerne dabei.

Quelle: WLZ vom 3. März 2009

Samstag, 26. Mai 2007 - Bürgerhaus Korbach

600 Zuschauer in der ausverkauften Korbacher Stadthalle

Vom Pickelgesicht zum Bären

Von Elmar Schulten

KORBACH. Pubertät ist, wenn die Eltern nervig werden. - Definitionen wie diese kennt jedes leidgeprüfte Elternpaar. Wie gut zu hören, dass es anderen ähnlich geht, und wie unterhaltsam zu sehen, wie souverän der Kabarettist und Vater Bernd Stelter die Erfahrungen mit seinen pubertierenden Kindern in ein spritziges Bühnenprogramm mit dem Titel "Pubertät ist mehr als Pickel" gepackt hat.

Von Rapp-Musik bis Piercing, von Tokio Hotel bis SMS-Wahn, kein Aspekt in der für alle Beteiligten schwierigen Entwicklungsphase auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen blieb beim Auftritt des aus dem Kölner Karneval bekannten Entertainers in der mit 600 Zuschauern voll besetzten Korbacher Stadthalle unerwähnt.

"Abends Harry Potter gelesen und morgens hast du 'nen Zauberstab." - Mit seinen flotten Sprüchen brachte Stelter treffend auf den Punkt, was die "Großbaustelle in der Großhirnrinde" den Jugendlichen so alles abverlangt: Und auch die Mädchen müssen ihren Weg vorbei an all den falschen Schönheitsidealen finden: "Bulemie - waren das noch Zeiten, als die nur zum Rauchen aufs Klo gingen!"

Von der Betrachtung der heutigen Jugend ist der Sprung nicht weit zur eigenen Pubertät in den Siebzigern. Als Pickelgesicht habe er früh gelernt, sich gut auszudrücken, verrät Stelter. Auf dem Requisitenständer findet er für seinen ganz persönlichen Rückblick eine alte "Nato-Nahkampfjacke" mit Che-Guevara-Aufnäher und "Atomkraft-Nein-danke"-Emblem: "In den Brusttaschen konnten wir so schön den Tabak und die Haarbürste verstauen." Sehr anschaulich mit musikalischen Zitaten unterlegt schildert das kabarettistische Multitalent seinen ersten Kontakt zum anderen Geschlecht und den ersten verunglückten Kuss beim Flaschendrehen auf einer Matratzenparty.

Seine selbstkritische Bilanz: "Wir sahen damals scheiße aus. Aber wir hatten die bessere Musik." Dass er trotz seines fortgeschrittenen Alters die mit Anleihen aus dem Englischen durchsetzte Sprache der Rapper beherrscht, stellte der 46-Jährige bei seiner Hard-Core-Interpretation der Pippi-Langstrumpf-Geschichte unter Beweis.

Auch in die schwierige Situation eines Sauerländer Bauern, der die drängenden Fragen zum Liebesleben seiner Tochter Desiree nicht beantworten mag, kann sich Stelter hineindenken. In der Rolle eines schrulligen Mitglieds des Lehrerkörpers eines imaginären Hans-Pfeiffer-Gesamt-Gymnasiums erweist sich der Kabarettist sogar als Lehrer-Versteher: Seine Satire über das kranke Bildungssystem gerät zur treffenden Beschreibung der öffentlichen Schulen mit viel zu kleinen Räumen für viel zu große Klassen. Da können Lehrer Magengeschwüre und den Gang zum Psychiater kaum vermeiden.

Nach der Pause spickt Stelter seine pickeligen Wahrheiten mit Nummern aus seinem vom Kölner Karneval bekannten Bühnenprogramm. Und stets sind ihm die Lacher sicher. Bei der dritten Zugabe nach zweieinhalb Stunden Gute-Laune-Programm greift Stelter ein weiteres Mal zur Gitarre und stimmt seinen Markenzeichen-Song an: "Ich hab' drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär" und die ganze Korbacher Stadthalle gröhlt den Refrain mit.

Doch wer glaubt, dass dies das Rausschmeißer-Lied gewesen sei, der irrt gewaltig. Der sympathische Stelter steht da, genießt den Applaus, bedankt sich artig, schnappt sich einen Stuhl, baut ihn am Bühnenrand auf und meint: "Wer jetzt noch Fragen stellen möchte: Jetzt wäre eine gute Zeit dafür."

Tatsächlich entwickelt sich ein nettes Gespräch mit dem Publikum, bei dem er verrät, dass es keine Neuauflage von "7 Tage, 7 Köpfe" geben wird, dafür aber im Juni eine neue Kabarett-Show mit unbekannten, aber großartigen Regionalgrößen. Weil der Show-Profi weiß, was er seinem Publikum schuldig ist, nimmt er sich Zeit für Autogramme: "Jeder, der eins haben möchte, bekommt eins." Und die Schlange ist lang.

Quelle: WLZ vom 26. Mai 2007


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