Die nächsten Termine

Freitag, 21. Oktober 2020

Der Teufel trägt Parka

Bürgerhaus Korbach

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Presse-Echo - Konzerte

Freitag, 29. September 2017 - Stadthalle Korbach

Waldeckisches Kammerorchester eröffnet Korbacher Kultursaison – Synthese aus Barock und Romantik

Von Armin Hennig

Korbach. Einen stilistisch breiten Bogen vom Barock bis in die Filmmusik der Neunziger spannte das Waldeckische Kammerorchester im Eröffnungskonzert zur Korbacher Kultursaison. Das Thema Kontraste gestaltete Rainer Böttcher keineswegs nur durch die rasche Aufeinanderfolge von krassen Extremen, sondern auch in unterschiedlichen musikalischen Temperamenten, die sich im Finale bei Edvard Griegs Streicher-Suite „Aus Holbergs Zeit“ zu einer Synthese aus Barock und Romantik vereinigten.

Zum Auftakt spielte gleich die größte Besetzung - denn für Georg Philipp Telemanns Ouvertüre in D-Dur für zwei Hörner, zwei Oboen, Streicher und basso continuo gesellten sich Joachim Pfannschmidt und Tabea Zimmermann zum Orchester. Sie gaben den Zuhörern im lebhaften Wechselspiel mit den Oboen von Larissa Niederquell und Ognen Plücker einen Eindruck, wie wortwörtlich der Komponist die Besetzungsangaben in Noten übersetzt hatte. Als ganz großer Moment für die Streicher erwies sich die wirbelnde Réjouissance. Nicht minder eindrucksvoll geriet die Klangmalerei im Carillon. Ein Glockenspiel wie auf einem Rathausturm folgte als nächster Gegensatz, ein voll tönendes Menuett schloss eindrucksvoll den barocken musikalischen Kreis voller Wechselspiele.

Erst rustikal, dann lieblich in der Reprise, lebhaft oder lyrisch bei den Variationen des Themas von Mikhail Glinkas Ouvertüre zu Ruslan und Ludmilla gestaltete Rainer Böttcher die Kontraste und die unterschiedlichen Charaktere der Liebenden über den Zugriff auf die Themen. Ennio Morricones Urwaldidyll „Gabriels Oboe“ erwies sich als lyrisches Herzstück mit höchsten Anforderungen an die Solistin (Larissa Niederquell) und das Orchester in Sachen Binnenspannung - ein idealer Moment der Kontemplation an einem Wasserfall, in dessen musikalischer Umsetzung auch die barocken Elemente der Epoche der Handlung des Films aufblitzen.

Hommage an die Perückenzeit

Die vom Dirigenten beigesteuerten Cembaloklänge gaben dem als Violinduett von Andrea Eiselt und Anika Kleinheins arrangierten Schmerzensthema Schindlers Liste auch einen barocken Rahmen, ehe das Zusammenspiel der beiden Solistinnen die Zuhörer ganz in seinen Bann zog. Im Anschluss daran bildete der euphorische Beginn des Praeludiums aus der Holberg Suite den insgesamt schärfsten Kontrast des Konzerts. Die Gegensätze rhythmisch-erdverbunden, schwebend leicht prägten den weiteren Verlauf von Griegs musikalischer Hommage an die Perückenzeit, mit deren programmatischer Interpretation das Waldeckische Kammerorchester überzeugend den Kreis der Kontraste vor barockem Hintergrund schloss.

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Montag, 30. Januar 2017 - Stadthalle Korbach

Überraschungen bei Neujahrskonzerten des Waldeckischen Kammerorchesters

Das Waldeckische Kammerorchester spielte beim Neujahrskonzert in Bad Arolsen (unser Bild) und am Vorabend in Korbach.

Von Sandra Simshäuser

Bad Arolsen/Korbach. Auf eine prickelnde, knapp dreistündige Reise durch die Jahreszeiten hat das Waldeckische Kammerorchester seine Zuhörer beim Neujahrskonzert mitgenommen. Von der Petersburger Schlittenfahrt bis zur Wintersturm-Walzerfolge spiegelte sich vor allem das aktuelle Wetter im Programm wider.

Das machte trotz oder wegen so mancher Schlitterpartie auf dem Weg in die ausverkaufte Fürstliche Reitbahn oder am Abend zuvor in die Korbacher Stadthalle Spaß und gute Laune. Daran hatte neben dem professionell agierenden Orchester quer durch die Generationen das quirlige Dirigat Rainer W. Böttchers naturgemäß großen Anteil.

Zumal, als der Dirigent zwischen zwei Stücken von Mendelssohn Bartholdy mit der Verleihung der Rauch-Plakette überrascht wurde (wir berichteten) und der Hochzeitsmarsch daraufhin gleich noch mal so jubilierend erklang.

Vom begeisterten Applaus mitgerissen, ließ Böttcher sein Stammpublikum in der Reitbahn obendrein selbst zum Singen antreten. Der „philharmonische Chor Bad Arolsen“ erwies sich denn auch als so sangesfreudig wie textsicher, was die Volkslieder sowohl von den angetretenen Vöglein als auch dem Freude suchenden Herz und den bunten Wäldern anging.

Zwischen den klassischen Werken aus drei Jahrhunderten hatte zuvor bereits die Combo Sounds of Change eine Einlage gegeben, die aufhorchen ließ. Ausgedehnt jazzige Pianosoli, bluesige Posaunen und der facettenreiche Gesang von Sabine Roppel ließ herrlich entspannte Lounge-Atmosphäre zwischen gut drei Dutzend Orchestermusikern aufkommen.

Diese hatten im Folgenden noch reichlich Gelegenheit, Können und fließendes Zusammenspiel zu beweisen. Etwa in Vivaldis Frühling, Tschaikowskis von romantischem Harfenklang dominiertem Blumenwalzer oder Glasunows Bacchanal, zu dessen flirrenden Violinen auch der Dirigent mehrfach vom Boden abhob.

Dass das Neujahrskonzert in Form der fröhlich krachenden Donner-und-Blitz-Polka und dem Frühlingsstimmen-Walzer auch mit Johann Strauss ausklang, hat bereits Tradition. Ebenso wie der Radetzky-Marsch, der nach dem überraschend eingeflochtenen Waldecker Lied als zweite Zugabe begeisterte.

Quelle: WLZ vom 20. Januar 2017

Mittwoch, 24. September 2014 - Stadthalle Korbach

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Montag, 29. Oktober 2012 - Bürgerhaus Korbach

Musik mit jeder Menge Schwermut

Mit einem klanglich brillanten Programm hat die Irish-Folk-Band "Cara" ihr Publikum im Korbacher Bürgerhaus begeistert.

VON SANDRA SIMSHÄUSER

Korbach. Mit seiner Ankündigung, "beste Unterhaltung" mit "gleich zwei herausragenden Sängerinnen" zu garantieren, hat das VHS-Kulturforum als Veranstalter nicht übertrieben.
Zwischen sehnsuchtsvollmorbiden Balladen, mitreißenden Jigs und humorvollen Anmoderationen in Englisch und Deutsch spielte sich das Bühnengeschehen der Drei-Nationen-Band ab. Im Saal waren die 150 gestellten Stühle allesamt von einem erwartungsvollen Publikum besetzt, das im Konzertverlauf immer wieder klatschend das Tempo ankurbeln und "stilechte" Juchzer der Begeisterung von sich geben sollte. Die Texte, so weit sie im schwungvollen - und manchmal gälisch angehauchten - Vortrag zu verstehen waren, sind vielleicht das nationenübergreifendste Element "Caras", sprechen sie doch sowohl die irische und schottische Seele als auch den Geist der deutschen Romantik an.

In ellenlangen Balladen wurden tragische Persönlichkeiten besungen, die ihr Leben in einer Gefängniszelle aushauchen, der verstorbene Geliebte, der seine Verflossene als Geist heimsucht, oder die Frau, die ihrem abtrünnigen Mann nachtrauert. Kein Wunder bei all der besungenen Schwermut, dass Frontfrau Gudrun Walther die raren Lieder mit Happy End vorsichtshalber schon mal verschmitzt hervorhob.

Der guten Stimmung im Saal taten die Moritaten indes keinerlei Abbruch, im Gegenteil: von Song zu Song wurde das Publikum ausgelassener, zumal "Cara" auch etwas fürs Auge boten. Die Bandbreite ihrer Kunst offenbarte sich dabei Stück für Stück. Wenn Gudrun Walther und ihre schottische Kollegin Jeana Leslie nicht gerade ihre glockenklaren Stimmen erklingen ließen, Akkordeon oder Klavier spielten, lieferten sie sich heiße Geigenduelle, die von dem Iren Ryan Murphy wirkungsvoll auf dem Dudelsack oder der Flöte begleitet wurden. Etwas mehr im Hintergrund hielt sich die "Rhythmusgruppe" mit Percussionist Rolf Wagels und Gitarrist Jürgen Treyz - letzterer als Schwabe, wie Frontfrau Gudrun schmunzelnd verriet, übrigens der Exot in der Band.

Sprachlich exotisches bot Sängerin Jeana, wenn sie ihre Zuhörer mit rollendem schottischem "R" zum Mitsingen eines "Old Traditional" aufforderte. Fast noch mehr Spaß aber hatte das altersmäßig gut gemischte Publikum daran, händeklatschend den stampfenden Rhythmus zu begleiten. Speziell von den Sängerinnen wurde dies immer wieder mit strahlenden Gesichtern quittiert - für Zuschauer wie Band ein echtes Gute-Laune-Konzert, wie es selten zu erleben ist.

Homepage "CARA"

Quelle: WLZ vom 29. Oktober 2012

Samstag, 08. Oktober 2011 - Stadthalle Korbach

Spielfreude und Spannung bis zum letzten Takt.

Kammermusik in großer Besetzung mit dem "Arte Ensemble" im ersten Korbach-Konzert

VON BERND SCHLIETER

Korbach. Mit Kammermusik in großer Besetzung wurde die diesjährige Saison der Korbach-Konzerte eröffnet: mit Max Regers "Eine romantische Suite" op. 125 in einer Bearbeitung von Amold Schönberg und mit Anton Bruckners Sinfonie Nr. 7 in einer Bearbeitung des Komponisten Hans Eichler. des Dirigenten Karl Rankl und des Musikverlegers Erwin Stein, allesamt Studenten Schönbergs.

Musikalisch ein vielversprechender Einstieg In die Konzertsaison, vom Besucherintetesse her eine Enttäuschung. Und man muss sich um das Fortbestehen der Korbach-Konzerte ernsthaft Sorgen machen. Was haben der sonntägliche Gottesdienst und die Korbach-Konzerte gemeinsam", so "flüchtete sich ein bekümmener Musikfreund angesichts der vielen leeren Sitze in Galgenhumor. Antwort: "Es wird Großes verkündet, nur immer weniger wollen es hören."

Ein anderer besorgter Besucher, der es mehr mit den Zahlen hat, machte folgende Rechnung auf: "Heute Abend sitzen zehn Akteure auf der Bühne, 50 Zuhörer im Saal. Das macht fünf Zuhörer pro Musiker. Bei einem Klavierabend mit einem Pianisten kämen dann noch fünf Interessenten". Das war natürlich nicht ernst gemeint, aber Sorgen machen sollte man sich schon.

Bruckner entstellt

Dennoch, diejenigen, die gekommen waren, erlebten einen gelungenen Kammermusikabend; es war eine erfreuliche Begegnung mit zwei Werken zweier großer Komponisten und dem, was fähige Arrangeure daraus zu machen verstehen und die Begegnung mit einem kompetent und engagiert musizierenden Ensemble, das sich seine gewiss vorhandene Enttäuschung ob des geringen Zuspruchs nicht anmerken ließ, sondern offensichtlich alles daransetzte, diesen Abend zu einem nachhaltigen Erlebnis werden zu lassen - was den in der NDR Philharmonie beheimateten Musikern in überzeugender Weise gelang.

Bruckners Sinfonien sind für großes romantisches Orchester geschrieben. In der in Korbach gespielten Sinfonie Nr. 7 sind vom Komponisten sogar fünf Tuben vorgeschrieben. Darf man eine so gewaltige Panitur auf Wohnzimmergröße reduzieren? Man darf. Mögliche Zweifel an der Seriosität eines solchen Unternehmens ließen die zehn Musiker vom Arte Ensemble gar nicht erst aufkommen. Vieles war anders, aber alles war unverfälschter Bruckner. Vielleicht kann man sogar einen Schritt weiter gehen. Mit dem Verlust der romantischen Klanggewalt gewinnt man auf der anderen Seite eine durchaus erhellende Durchhörbarkeit: Kaum ein Sinfonieorchester mit gewaltigem Blechbläserapparat wird jemals diese Transparenz der Einzelstimmen erreichen, wie es ein Kammerensemble vermag. Und wenn wirklich etwas fehlte, gab es den Flügel und ein Harmonium, das sich vorzüglich in den Ensembleklang einfügte.

Romantischer Wohlklang

Bruckners Sinfonie ist ein "Brocken", besetzungsmäßig und auch in der Länge: mehr als eine Stunde beträgt die Spieldauer, eine Herausfordemng für Spieler und Zuhörer. Da können leicht Längen entstehen. Nicht so beim Arte Ensemble. Die Hannoveraner agierten mit so viel Spielfreude und Sensibilität, dass es bis zum letzten Takt spannend blieb. Ähnlich positiv lässt sich über die Interpretation von Max Regers "Eine romantische Suite" berichten. Reger galt seinen Zeitgenossen als gespaltene Persönlichkeit, er sei von bisweilen verletzender Aggressivität gewesen, von derber Grobheit, von wilden Ausbrüchen beherrscht. Friedlich ging es in seiner "Romantischen Suite" zu. Angeregt worden war er durch Gedichte von Joseph von Eichendorff, deren Texte er nicht vertonte, sondern deren Natur- und Nachtstimmungen er musikalisch erfasste. Romantischer Wohlklang pur. Uraufgefülhrt wurde dieses Werk am 9. Oktober. also fast auf den Tag genau vor 91 Jahren.

Für alle, die dieses denkwürdige Konzert versäumt haben: Es wurde in Flörsheim wiederholt und dort vom Hessischen Rundfunk mitgeschnitten und wird am Sonntag, 26. Februar, ab 20.05 Uhr auf hr2-kultur gesendet.

Quelle: WLZ vom 11. Oktober 2011

Montag, 01. Februar 2010 - Bürgerhaus Korbach

Nur die Schafe fehlten

Korbach. Es fehlten nur noch die Schafe, denn die More Maids zauberten mit ihrer Musik ein Stück Irland in die Korbacher Stadthalle. Mit ihren Stimmen, sanft wie die Hügel der Grünen Insel, untermalt von traditionellen irischen Instrumenten, machten sie die Illusion perfekt. Ein Glas Guinness oder Irish Whiskey trug außerdem zur Inselatmosphäre bei.

More Maids

Die More Maids:
(von links) Marion Fluck, Barbara Hintermeier und Barbara Coerdt.
Foto: Saure

Einzig die Texte passten oft nicht zu der fröhlichen, ausgelassenen Art, mit der die Songs gespielt wurden. Handelten sie doch zu oft von brutalen und grausamen Begebenheiten. So wurde "Eppie Morrie" entführt oder ein Baby von seiner eigenen Mutter umgebracht. "Susanna Martin" handelt von einer Gerichtsverhandlung, in der eine Hexe zum Tode verurteilt wird. Doch trotz der traurigen und brutalen Erlebnisse in ihren Liedern, verstehen es die drei Musikerinnen mit ihren glasklaren Stimmen die rund 130 Zuhörer zum Mitklatschen und Schnippsen zu bewegen.

Seit einem Jahr spielt die Münchnerin Barbara Hintermeier die Fiddle bei dem Frauen-Trio und unterstützt Barbara Coerdt und Marion Fluck außerdem im Gesang. Coerdt greift beim Gesang in die Saiten ihrer Bouzouki, einem Instrument, das zwar hauptsächlich in der griechischen Welt der Musik zu Hause ist, aber seit den 60er Jahren auch den irischen Gesang untermalt. Die Mannheimerin Marion Fluck greift neben Flute und Whistle auch schon einmal zum Akkordeon.

Aber egal ob 4/4 oder 6/8-Takt, die irischen Weisen der Slides, Walzer, Jigs oder Reels versetzten jeden Fuß zum Wippen und vermittelten gute Laune und so sprang der Funke der More Maids, die auf Einladung des Kulturforums zum zweiten dritten (geändert vom Webmaster) Mal in Korbach gastierten, schnell auf das Publikum über.

www. moremaids.de

Von Heike Saure

Quelle: HNA vom 1. Feb. 2010

Donnerstag, 26. Oktober 2017 - Johannesgemeinde

Von Bernd Schlieter

Kammermusikabende sind in Korbach selten geworden. Vorbei sind wohl die Zeiten, als man sich für Duo- und Quartett-Abende zeitig um Karten bemühen musste, selbst bei Liederabenden die Stadthalle ausverkauft war und Zuhörer aus ganz Nordhessen und dem benachbarten Westfalen anreisten.

Der Musikgeschmack scheint sich geändert zu haben, Kammermusik ist kaum mehr gefragt. Populär sind heute Musical-Medleys, Filmmusiken und Programme mit Cross-Over. - Aber es gibt sie noch: Musikfreunde, die Spaß an Konzerten mit kleiner Besetzung und kleinem Rahmen haben, an Quartettabenden beispielsweise.

Stillvergnügtes Streichquartett

Und auch die gibt es noch: „Musizierer“ oder „undilettantische Dilettanten“, wie sie in einem Quartetthandbuch liebevoll genannt werden. Es sind Liebhaber, die ihrer Passion, dem Streichquartettspiel, ambitioniert frönen, mit fast professionellem Können.

Zu diesen gehören auch die Mitglieder des Giulin-Quartetts: Joachim Hamm, Christiana Nobach (Violinen), Joachim Pries (Viola) und Malte Meesmann (Violoncello). Sie trafen sich bei einem Kammermusik-Workshop und beschlossen, ein Quartett zu gründen. Ein Quartett mit Namen sollte es sein, denn schließlich wollte man auch auftreten.

Dem Quartett den Namen des Primarius zu geben oder es nach einem bedeutenden Komponisten zu nennen, so wie es in der großen Quartettwelt üblich ist, klingt zu professionell und könnte leicht als Hochstapelei ausgelegt werden. So machte man - aus einer Laune heraus - den Namen des Lieblingsweines der Vier ,nämlich „Giulin“, ein edler Tropfen aus dem Piemont, zum Namensgeber ihres Ensembles. Und erlesen war auch das, was die rund 70 Zuhörer am Sonnabendabend im Benefizkonzert zugunsten des „Bürgerbündnisses für ein weltoffenes und tolerantes Korbach“ geboten bekamen.

Anspruchsvolles Programm

Ein Quartett von Joseph Haydn, dem Schöpfer der Gattung, gehört wohl in das Programm eines jeden respektablen Quartettabends. Für ihren Korbacher Auftritt hatten die Giulins das zweite der sogenannten Sonnenquartette (op.20,2) ausgewählt. Es ist ein Werk, in dem neben dem Primarius auch der Cellist dankbare Passagen zu spielen hat und in dem im letzten Satz Altmeister Haydn zeigt, dass er auch Fuge kann.

Gespannt war man auf das Hauptwerk des Abends, Robert Schumanns Opus 41,1, ein Quartett, um das Liebhaberensembles gerne einen Bogen machen und es nur ungern einem kritischen Publikum präsentieren. Bestens vorbereitet hatte sich das Giulin-Quartett auf diese Herausforderung. Da hatte man offensichtlich fleißig geübt, allein im stillen Kämmerlein, aber auch im tutti. Und das Ergebnis war die überzeugende Wiedergabe eines Werkes, das selbst der gefürchtete Kritiker Eduard Hanslick zu den „Perlen der Kammermusik aller Zeiten“ rechnete.

Und auch über den klassischen, romantischen Tellerrand ließen die Giulins ihr Publikum einen kurzen Blick tun: „Summa“, eine fünfminütige Komposition des Letten Arvo Pärt aus dem Jahre 1991. Es ist ein Werk, dessen „Komplexität sich hinter größter Einfachheit verbirgt“, so der Komponist. Es sei das „strengstgebaute und verschlüsseltste Werk“, von „Tiefenstrukturen“ und „ständiger Veränderung“ ist da die Rede. Das muss man nicht unbedingt verstehen. Aber entziehen kann man sich dieser Musik auch nicht.

Zum Schluss gab es viel Beifall, leider aber keine Zugabe.

Quelle: WLZ vom 26. Oktober 2017

Donnerstag, 22. November 2007 - Stadthalle Korbach

Märchenhafte Zugaben

Prager Kammerorchester spielte zum Abschluss der vhs-Konzertreihe 2007

Von Astrid Rau
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KORBACH Als Höhepunkt und Abschluss der Konzertreihe 2007 hatte das vhs-kultur-forum Korbach für Dienstagabend zum Konzert mit dem Kammerorchester des Nationaltheaters Prag unter Leitung von Petr Vronsk eingeladen. Zahlreiche Musikhebhaber hatten sich vom Programm überzeugen lassen, so dass fast alle Plätze der Korbacher Stadthalle besetzt waren.

Dieses Konzert konnte man, bildlich gesprochen, mit einer aufbrechenden Blume vergleichen, die als unscheinbare Knospe beginnt, sich zu einer schönen Blüte entwickelt und erst dann all ihre Farbreflexe zeigen kann. Die Steigerung in der Ausdruckskraft von Dirigent und Orchester im Laufe des Abends war augenscheinlich. Möglich ist, dass die Musiker sich zunächst mit der bekannten trockenen Akustik der Stadthalle arrangieren mussten.

Beim einleitenden Werk, Mozarts Figaro-Ouvertüre schien es, als habe sich Vronsk von der Tempo-Vorgabe "Presto" und quirligen musikalischen Thema etwas zu sehr inspirieren lassen. So machte die Ouvertüre eher einen gehetzten denn einen lebhaften Eindruck, zumal Vronsk eher Wert auf das Metrum als auf die Musikalität zu legen schien.

Dazu bildete im Klavierkonzert in a-Moll von Schubert die Interpretation des Soloparts durch den jungen tschechischen Pianisten Adam Skoumal einen krassen Kontrast. Ihm spürte man schon im ersten Satz (Allegro af-fettuoso) seine musikalische Leidenschaft an, mit der er liebevoll Details herausarbeitete und so die Zuhörer förmlich gefangen nahm. Für den ihm zugedachten langen Applaus bedankte sich Skoumal mit einem beeindruckenden Schumann-Capriccio.

Überzeugend in C-Dur

Während dann die Konzertouvertüre "Schöne Melusine" von Mendelssohn noch recht verhalten daherkam, hatte das Orchester in Beethovens Sinfonie Nr. 1 in C-Dur schließlich zu seiner überzeugenden Form gefunden.

Völlig in ihrem Element bewegten sich Dirigent und Orchester in den Zugaben. Hier hatten sie zunächst den märchenhaft interpretierten, an kunstvolle Zuckerguss-Ornamente erinnernden Slawischen Tanz Nr. 10 ihres Landsmanns Antonin Dvorak ausgesucht.

Abschließend schlugen die Musiker mit der leichtfüßigen Ouvertüre zum "Barbier von Sevilla" von Rossini thematisch den Bogen zum Anfang des Konzerts. Man hätte sich von dieser Art von Stücken mehr gewünscht - nicht erst in der Zugabe.

Quelle: HNA vom 22. November 2007


Prager Kammerorchester widmet sich in Korbach Werken am Wendepunkt
Wenn der Funke des Neuen sich entzündet

Von Dr. Lothar Jahn KORBACH.
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Am Dienstag hat das Kammerorchester des Nationaltheaters Prag mit dem Solisten Adam Skoumal (Klavier) ein Gastspiel in der Korbacher Stadthalle gegeben. Die versierten Musiker boten ein anspruchsvolles Programm mit Werken von Schumann, Beethoven, Mendelssohn und Mozart.

Die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden ist oft ein Quell für Kreativität. Das Kammerorchester Prag zeigte gleich viermal, wie der Funke des Neuen sich an der Kritik des Alten entzündet. Der Erste ist Ludwig van Beethoven, der die Musik endgültig herausführen wollte aus der Sphäre höfischen Amüsements. Die Symphonie war noch bis in Mozarts Zeiten hinein unverbindliche Fürstenbelustigung gewesen, damit sollte Schluss sein. Die Prager Musiker spielten Beethovens Symphonie Nr. 1 C-Dur aus dem Jahre 1800 in der gebotenen Strenge und Entschiedenheit: Hier meldete zur Jahrhundertwende ein Fürst der Musik seinen Geltungsanspruch an. Die Meisterschaft ist schon zu erahnen, gleichwohl fehlen dem Werk noch die Tiefe und unerbittliche Stringenz, die Beethoven später zum Titan der Symphonik machen.

Auch Robert Schumann war unzufrieden: Ihn ärgerte, dass die Gattung des Klavierkonzertes nicht mehr zu bieten hatte als die publikumswirksame Leistungsschau eines meisterhaften Instrumentalisten. Das Orchester bot dabei nur die Steilvorlagen zur virtuosen Kraftmeierei. Sein Klavierkonzert a-Moll wagt einen anderen Die versierten Musiker des Kammerorchesters des Nationaltheaters Prag überzeugten bei ihrem Konzert in der Korbacher Stadthalle mit feinsten Nuancierungen. (Foto: Jahn) Weg: Hier ist der Solist Teil eines musikalischen Organismus, seine Brillanz ist nie Selbstzweck, sondern dient der Musik, die sich in raffinierter Symphonik aus einem einzigen Thema heraus entwickelt. Adam Skoumal, der am Bechstein-Flügel der Stadthalle glänzte, war sich seiner Verantwortung be-wusst: Trotz seiner grandiosen Fingerfertigkeit und Gestaltungskraft fügte sich sein Spiel geschmeidig ins große Ganze ein. Felix Mendelssohn Bartholdys Kritik entzündete sich an einer Ouvertüre: Die Einleitung zu Conradin Kreutzers Oper "Melusine" schien ihm so gar nicht zu der unendlich traurigen Geschichte vom Ritter, der sich in eine Nixe verliebt, zu passen. Seine Gegenbilder entwickelte er in der Ouvertüre "Die schöne Melusine": Sie sind von Tragik, Melancholie und Farbenvielfalt geprägt, Romantik im allerbesten Sinne also. Hier konnte das Orchester mit feinster Nuancierung überzeugen.

Bleibt Mozart, dessen "Figaro" ja auch als Kritik an der herrschenden Gesellschaftsordnung verstanden wurde, schließlich war die literarische Vorlage ein revolutionäres Stück. Das Libretto passierte schließlich doch die Zensur, die Oper diente trotzdem der Entlarvung adeliger Heuchelei und verhalf den Gedanken von "liberte, egalite, fraternite" zum Durchbruch. Ein ungestümer, optimistischer Aufbruchsgeist prägt schon die Ouvertüre. Dirigent Petr Vronsky - stets voll konzentriert und ohne Partitur - brachte sein Ensemble mit sicherer Hand in die richtige Stimmung, um die damalige Wirkung nachvollziehbar zu machen. Bei den Zugaben schließlich wurde es gefälliger: Mit Lockerheit und sichtbarem Genuss schwelgten die Streicher in Dvorcaks "Slawischem Tanz Nr. 10". Und die mitreißenden Gassenhauer aus Rossinis Oper "Barbier von Sevilla" rissen am guten Ende das bis dahin aufmerksam lauschende Publikum zu Bravorufen und Begeisterungsbekundungen hin.

Quelle: WLZ vom 22. November 2007

Donnerstag, 13. November 2008 - Stadthalle Korbach

Viel musikalische Klasse - wenig Zuhörer

Camerata Europeana auf Einladung des VHS-Kulturforums in der Korbacher Stadthalle

VON BERND SCHLIETER

Korbach. Es passiert nicht oft, dass ein professionelles Orchester in Korbach gastiert. Da könnte man schon ein volles Haus erwarten. Könnte man. Dass die Stadthalle am Dienstagabend wegen Überfüllung nicht geschlossen werden musste, war für die Veranstalter bestimmt eine herbe Enttäuschung.

"Was zu viel ist, ist zu viel", sagte angesichts der zahlreichen leeren Plätze eine bekümmerte Konzertbesucherin. "Das Angebot in Korbach sei einfach zu groß. Konzerte in der Kirche, in der Alten Schule in Lelbach, die Korbach-Konzerte. Dazu kommen Theater und Kabarett. Bei allem Interesse, da muss man manchmal passen." Das Publikum sei eben nicht beliebig vermehrbar, und da ein Konzertbesuch schließlich auch Geld koste, dürfe man sich über den mangelnden Zuspruch nicht wundern.

Zu berichten aber gilt es vor allen Dingen über das musikalische Geschehen in der Stadthalle. Die Camerata Europeana präsentierte sich als ein junges, sensibel und engagiert agierendes Ensemble, geleitet von Radoslaw Szulc, der sein Team souverän über alle Fährnisse der Partitur steuerte, der wunderbare Pianissimi hervorzauberte, aber auch dramatische Akzente zu setzen wusste und scheinbar Unwichtiges liebevoll in den Vordergrund stellte.

Klassik pur

Zunächst Haydns Sinfonie Nr. 8 ?Le Soir, die vor allem von den Solopassagen lebt: Geige und Cello sangen um die Wette, die Flöte verbreitete Holzbläserglanz, und sogar ein veritables Kontrabass-Solo war zu hören.

Als Höhepunkt des Abends dann Christoph Soldan mit Mozarts Klavierkonzert C-Dur (KV 503) - mit perlender Mozartleichtigkeit agierend, aber auch mit ruhiger Noblesse und, wenn nötig, mit festem Zugriff. Das alles mündete in eine lange, von ihm selbst verfasste Kadenz: Da hörte man diverse Zitate aus anderen Mozartkonzerten, Beethovens c-Moll Konzert war zu erahnen und zum Schluss, deutlich hörbar, die "Marseillaise". Deutlich hörbar aber auch, dass es mit dem Stadthallenflügel nicht zum Besten steht.

Viel Beifall vom begeisterten Publikum. Selten haben so wenige so viel geklatscht; selten auch wurden die Blumen für den Solisten so charmant überreicht. Zwei weitere Mozartkompositionen gab es als Zugabe: das schwermütige h-Moll-Adagio (KV 540) und die tänzerische Gigue KV 574.

Im zweiten Teil dann Mozarts Prager Sinfonie (KV 504). Da wurde nichts auf die leichte Schulter genommen, sondern das ganze Spektrum dieses späten mozartschen Geniestreichs durchmessen. Dabei schlugen die Musiker durchaus frische Tempi an, gönnten sich aber auch warm strömende Melodien und spannend ausformulierte Dialoge zwischen den Instrumentengruppen.

Zum Schluss die obligatorische Nörgelei - nein, nicht an den Interpreten. Klassik ist beliebt, auf Klassik freut man sich. Aber es gilt auch das alte Römerwort "Variatio delectat" (Abwechslung erfreut).

Abwechslung erfreut

Haydn, Mozart, Mozart, dazu zwei Mozart-Zugaben: risikoloser klassischer "mainstream". Wenn dann in der Orchesterzugabe noch Bachs populäres "Air" erklingt, wird man unruhig. Es muss ja nicht gerade Stockhausen sein oder eine Komposition der diesjährigen Donaueschinger Musiktage für Moderne Musik. Aber ein bisschen mehr an Aufgeschlossenheit für "neue Töne" dürfte man dem Korbacher Publikum schon zutrauen.

Dienstag, 16. November 2004 - Bürgerhaus Korbach

Samstag, 09. Februar 2019 - Stadthalle Korbach

Sweet Soul Music

© Waldeckische Landeszeitung | Lokales | 13.02.2019

Hits großer Künstler

Original-Artikel (PDF 2,5 MB)

„Sweet Soul Music Revue“ begeistert Korbacher Publikum

VON ARMIN HENNIG

Korbach - „Are you ready?“ begrüßte Ron Williams ein bestens aufgelegtes Publikum bei der „Sweet Soul Music Revue“ in der Korbacher Stadthalle.

Mit Isaac Hayes spannungsvollem Instrumental zum schwarzen Bond gab auch die neunköpfige Band bei der Ouvertüre gleich die erste großartige Visitenkarte ab.

Mit der Umwidmung eines Spirituals von Jesus auf die geliebte Frau, die ihren Mann mit allem versorgt, was der Geliebte so zu Leben braucht, beginnt die Geschichte des Souls.

Ron Williams als junger Ray Charles

Ron Williams schlüpfte für „I got a woman“ in die Rolle des jungen Ray Charles und gestaltete glaubwürdig die musikalische Weiterentwicklung des Genies in „Unchain my heart“ und der Umgestaltung der alten Swing-Nummer „Georgia on my mind“ zum Heimwehsong. Denn der schwarze Entertainer hatte wegen Verstößen gegen die rassistischen Gesetze in Georgia ein Auftrittsverbot im Heimatstaat.

Als Conferencier knüpfte der Schauspieler und Sänger regelmäßig personelle Querverbindungen zwischen den Künstlern.
Sweet Soul Music
Als Komponist zeichnete sich Hayes für zahlreiche Hits anderer Künstler verantwortlich, wie „Hold on I’m coming“ für Sam and Dave. Der überragende Song entstand aus einem Geistesblitz während der Toilettenpause von Co-Autor Dave Porter, der sich zu lange auf dem Örtchen erholte.

Das Korbacher Publikum brauchte nur einen Hinweis von Ron Williams bei „Soul Man“, danach genügte schon die Nennung des Duos und die ganze Halle war wieder auf den Beinen. Für Otis Redding war die gemeinsame Tour mit Sam and Dave die Hölle, denn der Balladenkönig sah sich im Anschluss an die Stimmungskanonen mit einem vollkommen ausgepumpten Publikum konfrontiert. Im Gegensatz zum Vorbild musste Daniel Stoyanow trotz prominenter Konkurrenz nicht unter Aufmerksamkeitsdefiziten leiden. Mit seinem hellen Tenor und samtiger Stimme gestaltete der junge Sänger die sanften Momente „Sitting at the top of the bay“ und „Try a little tenderness“ zu unvergesslichen Höhepunkten.

Im Blues „It’s a mans world“ hatte James Brown die Lebenswelt der Sechziger aufs Korn genommen und die eindrucksvolle Interpretation Waldo Weathers blieb nicht hinter der Wucht des Originals zurück.

Auf den Spuren von Etta Jones und Adele mit hervorragend in Szene gesetzten Songs bot Laeh Jones nicht nur stimmlich Paroli. Mit ihrer rundum gelungenen Performance von „I’d rather go blind“ machte die Sängerin jede Nuance der Ballade nachvollziehbar.

„Rolling in the deep“ war der jüngste Song im Repertoire und fand, dank des kürzesten Wegs in die Herzen der Hörer, auch die größte Anerkennung.

Allenfalls Derrick Alexanders Stevie-Wonder-Show konnte, dank der Ohrwurmqualitäten von „I wish/Superstition“, in Sachen Begeisterung mithalten.

Original-Artikel (PDF 2,5 MB)

Samstag, 10. Februar 2007 - Bürgerhaus Korbach

Schubertiade Ensemble

Freude an der Kammermusik: Das "Schubertiade-Ensemble" gestiert am Samstag in klassischer Streichquintettbesetzung im Korbacher Bürgerhaus

VHS-Kulturforum: "Schubertiade-Ensemble" in Korbach

Streicher präsentieren klassische Kammermusik

KOSBACH (r). Kammermusik in klassischer Streichquintettbesetzung präsentiert das "Schubertiade-Ensemble" am Samstag auf Einladung des VHS-Kulturforums im Korbacher Bürgerhaus. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr.

Einmal im Jahr gastiert das "Schubertiade-Ensemble" in Korbach und hat sich bei den hiesigen Kammermusik-freunden einen guten Namen gemacht. Seine ambitionierten Mitglieder gelten als Liebhaber mit professionellem Können, die sich trotz eines anspruchsvollen beruflichen Alltags ihre Freude am kammermusikalischen Musizieren bewahrt haben. Kai Bodien, Christiana Nobach (beide Violine), Joachim Pries, Martin Müllbauer (beide Bratsche) und Andreas Ferbert (Violoncello) möchten in Korbach in klassischer Streichquintettbesetzung begeistern, nachdem das Ensemble in den vergangenen Jahren Kammermusik jeder Art - von großer Besetzung bis hin zum Nonett - bot.

Auf dem Programm steht Mozarts berühmtes Quintett KV 516, das als sein tiefsinnigstes g-Moll-Werk bekannt ist - ein Höhepunkt in Wolfgang Amades reifem Schaffen, vielleicht die Gipfelleistung der Sfreichqumtettgattung schlechthin, heißt es aus Expertenkreisen.

Nach der Pause folgt Anton Brückners F-Dur-Quintett, sein einziges Kammermusikwerk, abgesehen von einem Quartettversuch aus dem Jahr 1862. Das Werk von rund 45 Minuten Spieldauer verlangt den Musikern allerlei Kondition ab. Darüber hinaus steckt es voller Intonationsprobleme, so dass die Zuhörer gespannt sein dürfen, wie das Ensemble mit diesem "Brocken" fertig wird. Immerhin befand es einst sogar der berühmte Geiger und Wiener Hofkapellmeister Joseph Hellmesberger als zu schwer.

Dienstag, 18. September 2007 - Stadthalle Korbach

Schwierigkeiten der Partitur mühelos gemeistert

Von Dr. Hartmut Wecker

KORBACH. Für das erste Konzert der Saison 2007/2008 hatte sich das Kammerorchester Korbach / Bad Arolsen ein Programm ausgesucht, wie es kontrastreicher kaum hätte sein können.

War der erste Teil ganz Werken Ludwig van Beethovens vorbehalten, so bot der zweite einen Überblick über das musikgeschichtliche Spektrum des 20. Jahrhunderts mit Kompositionen von Ottorino Respighi, Leonard Bernstein und Arvo Part.

Rund 200 Musikfreunde waren in die Korbacher Stadthalle gekommen, um das erste große Konzert der neuen Spielzeit mitzuerleben. Den Auftakt bildete Beethovens Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel "Egmont". Das einleitende pointierte Sarabandenmotiv erklang zunächst noch etwas zögerlich und rhythmisch wenig konturiert. Dies war aber bereits das einzige Detail, das zu einer kritischen Anmerkung herausforderte. Im Laufe des Stückes steigerte sich das Orchester unter der engagierten Leitung seines Dirigenten Rainer W. Böttcher sukzessive und verschmolz zu einer homogenen klanglichen Einheit. Spätestens in der triumphalen Schlussapotheose des Allegro con brio hatten sich alle Musikerinnen und Musiker freigespielt und das Publikum wusste, dass es einen großartigen Abend erwarten dürfte.

Dies zeigte sich auch gleich im anschließenden Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 von Beethoven. In diesem Werk hat der Komponist endgültig zu seiner eigenen, unverwechselbaren Tonsprache gefunden. Es wird getragen von einem heroischen Gestus, der sich gelegentlich bis an die Grenzen des Hysterischen steigert, um dann wieder in lyrischen Passagen auszuschwingen. Der Pianistin Tatjana Kouper gelang es in kongenialer Weise, diese spannungsgeladenen Kontraste zu vergegenwärtigen.

Auf der Grundlage einer sicheren und soliden Technik meisterte sie den anspruchsvollen Solopart überzeugend. Ihr Spiel war kraftvoll, auch im Forte noch klar strukturiert und es verfügte über ein breites Spektrum dynamischer Nuancen. In den lyrischen Passagen, etwa dem Seitenthema des 1. Satzes, oder im Beginn des 2. Satzes ließ sie das Klavier geradezu singen. Auch das Orchester fügte sich diesem hohen Niveau nahtlos an, so dass man über weite Strecken vergessen konnte, dass es sich hier um ein Liebhaberensemble handelt. Diese Leistung war professionell.

Nach der Pause stand zunächst Ã?le erste Suite der Antiche Danze ed Arie des Italieners Ottorino Respighi auf dem Programm. Es handelt sich dabei um die Übertragungen frühbarocker Tanzsätze und Arien in die Orchestersprache des 19. bzw. frühen 20. Jahrhunderts. Man mag trefflich darüber streiten, ob man es hier mit eigenständigen Werken der Orchesterliteratur oder mit musikalischen Laborversuchen zu tun hat. Jedenfalls konnten in den vier Stücken vor allem die Streicher überzeugen, die zu einem satten, strahlenden Klang ohne jegliche Schärfen fanden.

Gleiches gilt auch für Arvo Parts Komposition Festina lente für Streichorchester. In diesem Werk stehen weniger thematische Prozesse im Vordergrund, es geht vielmehr um klangliche und dynamische Entwicklungen, die sich in einem großen Bogen vom äußersten Pianissimo bis hin zum zweifachen Forte und von dort zurück zum Ausgangspunkt vollziehen.

Das Finale war Leonard Bernstein gewidmet, einem der vielseitigsten und genialsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Eine Suite mit den bekanntesten Melodien seines Musicals "West Side Story" entführte das Publikum in eine ganz eigene musikalische Ausdruckswelt. Mitreißende Tanzrhythmen, Melodien, die ins Ohr gehen - das sind Elemente, die auch unmittelbare Wirkung auf das Publikum zeigten.

Dem Orchester selbst war die Spielfreude geradezu anzumerken. Scheinbar mühelos meisterte es die Schwierigkeiten der Partitur und berauschte sich selbst an der eigenen Leistung. Lang anhaltender Applaus war der verdiente Lohn. Dirigent Rainer W. Böttcher hat mit dem Kammerorchester eindeutig neue Wege beschritten. Die Musikerinnen und Musiker sind ihm offenbar gerne gefolgt und so dürfen wir auch in Zukunft wohl noch viel von "unserem" Orchester erwarten.

Quelle: WLZ vom 18. September 2007

Mittwoch, 06. Dezember 2006 - Stadthalle Korbach

Romantische und ironische Songs

DAN



Sind mit der ganzen Seele bei der Sache: Die Irish-Folk-Cruppe "DAN" bei ihrem Auftritt in der Korbacher Stadthalle. (Foto:hei)

KORBACH (hei). Romantische, aufwühlende und ironische Lieder konnte man am Wochenende in der Korbacher Stadthalle genießen. Eingeladen zu dem Konzert der Gruppe "DAN" hatte das VHS-Kulturforum.

Seit einem Jahr spielt das Trio, das aus Franziska Urton, Johannes Mayr und Juergen W. Lang besteht, als feste Besetzung unter dem gälischen Wort "DAN", was so viel wie "poem" - Gedicht bedeutet.

Den Puls verleihen den von Franziska Urton an der Geige und Johannes Mayr am Akkordeon filigran und audrucksvoll gespielten Tunes die groovenden Rhythmen von Jürgen Langs Gitarre und Gesang.

Zum Konzert waren rund 80 Zuhörer ins Foyer der Stadthalle gekommen. "Mit so viel Resonanz hatten wir gar nicht gerechnet", freute sich Klaus Stockhausen, Vorsitzender des VHS-Kulturforums.

Mit Songs wie "Are you sleeping, Maggie", "Hares on the Mountain" und "Sandy Bell's Broadstreet" erfreuten die drei Musiker das Publikum. Zwischendurch wurden die Zuschauer mit passenden Geschichten zu den Liedern unterhalten. Die Band bewegt sich abwechselnd auf traditionellem und experimentellmodernem Terrain und webt Fremdes und Eigenes zu einem musikalischen Potpourri zusammen.

"Wir freuen uns, dass diese Veranstaltung so gut angekommen ist, und werden so etwas auch in der Zukunft wieder in Erwägung ziehen", versprach Stockhausen.

Quelle: WLZ vom 6. Dezember 2006


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